Vom Smart Meter zum Home-Management

"Ich weiß, ob Du gestern geduscht hast"


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Seit Januar 2010 müssen Smart Meter in Neubauten und bei Grundsanierungen eingebaut werden. Außerdem sind Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden sowie Betreiber von Photovoltaik-Anlagen mit mehr als 7 Kilowatt verpflichtet, einen solchen intelligenten Strommesser zu nutzen. Zugleich sind die Netzbetreiber verpflichtet, vom kommenden Jahr an Stromtarife anzubieten, deren Höhe je nach Angebot und Nachfrage schwankt.

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Weil Smart Meter den Stromverbrauch in einer hohen Frequenz aufzeichnen, entstehen viele persönliche Daten. So kann man etwa ablesen, wie lange und wann jemand geduscht, also eine große Menge an Warmwasser genutzt hat. Da die Geräte via Internet etwa mit dem Energieversorger verbunden werden können, entsteht auf diese Weise ein mögliches Einfallstor für Hacker.

Die Gefahren, die von Smart Metern ausgehen, sind nicht zu unterschätzen. Der IT-Experte Ulrich Greveler forscht seit vielen Jahren zu diesem Thema, inzwischen an der Hochschule Rhein-Waal. Im Jahr 2011 veröffentlichte er eine Aufsehen erregende Studie zur Sicherheit von Smart Metern. Greveler testete mit seinem Team an der FH Münster ein Gerät der Firma Discovergy. Es erfasste sekundengenau den Stromverbrauch - und bot damit erschreckende Möglichkeiten, den Nutzer zu überwachen.

Inzwischen sind aber vor allem Geräte im Einsatz, die im 15-Minuten-Takt messen. Mit ihnen ist so etwas nicht mehr möglich.